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Historische Schreibung, Worttrenner und moderne Namen

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Historische Runeninschriften besitzen keine über alle Regionen und Jahrhunderte einheitliche Rechtschreibung. Sie sind deshalb nicht regellos. Schreiber verwendeten Gewohnheiten, die zu ihrer Sprache und Umgebung gehörten. Ein Laut konnte je nach Schriftstufe durch unterschiedliche Zeichen geschrieben werden; ein Zeichen konnte mehrere Laute vertreten. [9]

Auch Wortgrenzen sind nicht immer durch Leerzeichen markiert. Inschriften können Wörter mit Punkten, mehreren Punkten, Kreuzen oder anderen Trennzeichen gliedern. Andere Texte laufen ohne sichtbare Trennung weiter. Eine moderne Regel wie ein Punkt für Wörter und zwei Punkte für Sätze darf nicht allen historischen Zeugnissen übergestülpt werden. [9, 10]

Eine lesbare lateinische Wiedergabe enthält deshalb oft bereits eine wissenschaftliche Entscheidung darüber, wo ein Wort beginnt und endet. Auch die häufige Schreibung eines langen Konsonanten mit nur einer Rune kann dazu führen, dass moderne Erwartungen nicht aufgehen. Ein historischer Name sieht dann anders aus als seine heutige normalisierte Schreibweise.

Was ein moderner Konverter leisten kann

Ein Runen Konverter setzt moderne Zeichen nach festgelegten Regeln um. Er übersetzt keine deutschen Sätze automatisch ins Altnordische und entscheidet nicht selbstständig, wie ein Mensch vor tausend Jahren einen unbekannten Namen gehört hätte.

Für deutsche Eingaben ist eine transparente Schreibkonvention sinnvoll. Auf Spiritual Circle werden ä, ö und ü zunächst als ae, oe und ue behandelt, ß als ss. Danach gelten die Regeln der gewählten Runenreihe. Zahlen und Satzzeichen erhalten keine erfundenen historischen Runenwerte. Die Rückumschrift gibt Grundwerte wieder; verlorene Mehrdeutigkeit lässt sich nicht zuverlässig rückgängig machen.

Ein moderner Name darf als moderne Gestaltung in Runen erscheinen. Er wird dadurch aber nicht zu einem historisch belegten altnordischen Namen. Buchstabenweise Umschrift, Annäherung an die heutige Aussprache und eine wissenschaftlich rekonstruierte historische Namensform sind verschiedene Vorgehensweisen. Keine davon sollte als automatische perfekte Übersetzung beworben werden. [17]

Quellen zu diesem Thema

  • [9] Odd Einar Haugen, Menota-Handbuch, Kapitel 18, Fassung 4.0 beta. Umschrift, Normalisierung, Wortgrenzen, Ligaturen und mittelalterliche Zeichen. Die Fassung ist ausdrücklich als Entwurf gekennzeichnet. Quelle öffnen
  • [10] Unicode Standard 17, Kapitel 8.7. Kodierung der Runen, Formenunterscheidung und stablose Runen. Kein Nachweis spiritueller Wirkungen. Quelle öffnen
  • [17] Nationalmuseet, Skriv dit navn med runer. Unterschiedliche Möglichkeiten moderner Namensschreibung. Die konkrete Schreibkonvention des Spiritual-Circle-Konverters ist eine eigene technische Festlegung. Quelle öffnen

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